Der Kontrabass

von Patrick Süskind mit Gunther Dahinten. Co-Regie Cornelia Sikora

Der Dramatische Verein zeigt im Komödienhaus nochmals den berühmten Einakter "Der Kontrabass" von Patrick Süskind von 1981.

Der Mann ist Single  -  und trotzdem verheiratet: mit einem Kontrabass. Er hat als Orchestermusiker zwar eine gesicherte Existenz, kommt aber im Leben nicht so gut zurecht. Und es fehlt ihm eine Frau. Sein „Partner“, in der Phantasie auch mal die „Partnerin“, ist der Kontrabass, Störenfried und Freund(in) zugleich. Ihm, diesem Dreckskasten, der überall im Weg ist, fühlt er sich in herzlicher Hassliebe verbunden. Mit reichlich Bier versucht er nach jeder Vorstellung gegen seinen angeblichen Feuchtigkeitsverlust und Orchesterfrust anzukämpfen. Dirigenten hält er für überflüssig, schwärmt aber davon unter Ricardo Muti "Reingold" spielen zu dürfen. Trotzdem er Wagner hasst, gibt es dafür einen besonderen Grund: Die junge Sängerin Sarah, die die Wellgunde singt und in die er seit langem hoffnungslos verliebt ist.

„Der Kontrabass“ ist ein tragikomisches Menschenporträt, die Beschreibung einer Existenz, die gleichzeitig amüsiert und betroffen macht. Eine bühnenwirksame Selbst-Offenbarung, geschrieben als Theatermonolog und mit reichen Facetten der Personenzeichnung: von Humor und unfreiwilliger Komik über böses Kommentieren bis hin zu kabarettistischer Zuspitzung und zum Ausdruck der Verzweiflung. Der Monolog ist ein exzessives Solostück für einen Charakterdarsteller sowie ein tiefer Einblick in ein zerbrechliches Seelenleben. Gunther Dahinten beherrscht die ganze Ausdruckspalette des frustrierten einsamen Alten, der aufzubegehren versucht, sich aber schon lange seinem drittklassigen Schicksal als drittklassiger Kontrabassist hinten in der dritten Reihe am dritten Pult ergeben hat.

Patrick Süskind, Sohn des Schriftstellers W.E.Süskind, ist - außer dem erfolgreichen "Kontrabass" - auch bekannt für seinen Roman "Das Parfüm" (Film) und als Drehbuchautor für Fernsehserien wie "Kir Royal" und "Monaco Franze". Sein 1981 in München uraufgeführter Monolog über die Hassliebe eines Kontrabassisten zu seinem lebensspendenden- und vernichtenden Instrument ist ein Paradestück für Gunther Dahinten.